Liebes Leben ...

18. März 2009

... habe ich den Traumpartner gefunden?

Von wegen Mars und Venus. Irgendwie wollen doch alle das gleiche. Männer wie Frauen. Der ideale Partner soll ...
- einen zum Lachen bringen
- viele interessante Seiten bieten
- immer treu sein
- über ausreichend Bildung verfügen
- tolle Geschichten erzählen, aber auch mal zuhören können
- überall mit hingenommen werden können
- optisch ansprechend sein
- sich gut anfühlen
- auch Ecken und Kanten haben
- aber bitte keine abgeknickten Ohren oder ähnliches
Liebe Leute, ist doch klar: Der perfekte Partner ist ein gutes Buch! Alle Kriterien voll erfüllt! Das erklärt gleichzeitig den sensationellen Erfolg von Billy, dem meistverkauften Bücherregal seit es IKEA gibt. Billy steht noch dazu mit beiden Beinen fest auf dem Boden (wenn man alles richtig gemacht hat), was bei vielen ja ebenfalls auf die Anforderungsliste gehört. Doch beide, sowohl Billy als auch das gute Buch, haben leider auch einen Schönheitsfehler: Sie sind absolut käuflich. Man kann eben doch nicht alles haben.

15. März 2009

... ist jetzt endlich Frühling?

Meteorologisch war er schon am 1. März, kalendarisch kommt er erst am 21. März: Der Frühling. Die ersten Frühlingsboten habe ich aber diese Woche schon erwischt. Am 10. März entdeckte ich Schneeglöckchen, die den botanischen Frühlingsanfang eingeläutet haben. Am 12. März begann der modische Frühlingsanfang mit einer jungen Frau, die ich im ultrakurzen Minirock durch den Regen laufen sah - ohne Strumpfhose, die nackten Füße nur in zarten Ballerinas. Der automobile Frühlingsanfang war gestern, am 14. März, da sah ich nämlich das erste offene Cabrio der Saison vor mir auf der Straße (vielleicht klemmte das Verdeck und man war gerade auf dem Weg in die Werkstatt?). Ebenfalls schon eingetreten: Der dekorative Frühlingsanfang. Der startete mit den bunten Ostereiern, die der Hausmeister in die Zweige eines Mini-Bäumchens im Hof gehängt hat. Die sollen wohl ein kleiner Ersatz für die immer noch fehlenden Triebe sein. Möglicherweise muss man der Natur aber auch das Aufblühen erst wieder beibringen - und wenn man bunte Sachen aufhängt, begreifen die Pflanzen: Ach guck mal, so muss das aussehen, ich weiß Bescheid, dann leg' ich mal los. Denn mangelnde Wasserzufuhr kann zurzeit ja wohl nicht das Problem sein.

11. März 2009

... ist das die Würze des Lebens?

Es ist ja tatsächlich so, dass nicht alle Tage doofe Tage sind. Und wenn man in der Lage ist, stundenlang über Kleinigkeiten zu motzen, dann muss man sich auch stundenlang über Kleinigkeiten freuen können. Ich verkünde hiermit stolz: Das habe ich getan. Die Voraussetzungen waren eigentlich Mist: Am Morgen fiel ein Laserschwert aus meinen Kelloggs Frosties, und zwar eines ohne Laser, dafür aber als Trillerpfeife benutzbar. Vermutlich starrte ich es zu lange irritiert an und versuchte mir Luke Skywalker in sein Laserschwert pustend vorzustellen, jedenfalls war ich am Ende zu spät dran, der Bus dafür zu früh und normalerweise hätten wir uns so verpasst. Aber der Busfahrer war ein Guter: Er sah mich rennen und wartete. Jawohl! Obwohl ich mein neues Laserschwert gar nicht dabei, sondern entsorgt hatte. Er konnte ja nicht wissen, dass ich eigentlich nur eine Station fahren wollte, weil ich zu faul zum Laufen war ... Nun war ich aber so dankbar über das freundliche Warten des guten Mannes, dass ich nicht gleich wieder "Stop" drücken wollte, sondern einfach eine Station weiter gefahren bin. Ohne zu wissen, wo diese Station eigentlich sein würde. War mir egal. Ich stieg dort einfach auf gut Glück aus. Und das Schöne ist: Die Haltestelle war sogar noch näher an meinem eigentlichen Ziel als die, an der ich sonst immer ausgestiegen bin. Da war ich noch nicht mal ganz bei der Arbeit angekommen und wurde schon doppelt belohnt. Was für ein Tag! Ok, das war jetzt keine Pointe, auch sonst nicht besonders witzig und an dieser Stelle ist man vielleicht anderes gewohnt. Zur Entschädigung kann ich meine kreative Höchstleistung eines so guten Tages wie diesem präsentieren, entstanden aus einer schriftlichen Diskussion über windige Windbeutel und kokette Kroketten:
Unterhalten sich eine Krokette und eine Chilischote.
Sagt die Krokette: Man, Du bist ja scharf!
Das Chili: Ich würde auch gern mal an dir knuspern.
Die Krokette: Aber verbrenn' Dich nicht, ich bin ziemlich heiß!
Das Chili: Lass die Wortspiele, eine Schote bin ich selbst.
Kommt schon, das is(s)t witzig!

9. März 2009

... piept's jetzt schon bei mir?

Ich glaube, ich habe eine neue Krankheit entdeckt. Sie heißt Klingeltonitus und ich fürchte, ich habe mich infiziert. Denn ich höre zwar (noch) keine Stimmen, aber ich höre Töne. Klingeltöne. Richtig aufgefallen ist es mir neulich morgens, als man zum ersten Mal nach monatelanger Winterpause wieder Vogelgezwitscher wahrnehmen konnte. Schön war's. Ich lauschte. Erfreut. Ergriffen. Erschrocken: Moment mal, klingt da nicht einer der Vögel wie ein Handy?! Eindeutig: Er war lauter als die anderen, extrem regelmäßig und irgendwie ... nervig. Ist das nicht gemein? Den Gesang eines kleinen Vögelchens nervig zu finden? Also, ich find' mich gemein. Und wenn ich weiter drüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich diese Symptome nicht zum ersten Mal hatte. Manchmal höre ich Lieder, in denen ich Tonfolgen meines Klingeltons (oder eines früheren Klingeltons) wiederzuentdecken glaube und fange an, in der Handtasche nach dem Handy zu wühlen. Phantom-Anrufe heißt das wohl. Einmal habe ich sogar schon einen Klingelton gewechselt, weil er so klang wie das amerikanische Office-Telefon-Läuten, das in jeder US-Serie zu hören ist. Jedesmal, wenn's im Fernsehen bimmelte, dachte ich, es wäre meins. Bekloppt. Oder eben: krank. Man könnte es natürlich mal mit Vibrationsalarm versuchen, aber dann fühlt man's am Ende noch überall vibrieren, obwohl gar keiner anruft ... auch keine so gute Idee. Das wären dann wohl bad vibrations. Oder noch ein neues Krankheitsbild: Vibratitis.

4. März 2009

... alles Casting oder was?

Das einzige, was in Deutschland zurzeit so richtig Erfolg zu haben scheint, sind ja wohl die Castingshows. Ich warte nur noch darauf, dass man Arbeitsplätze bald auch nur noch auf diesem Weg bekommt: Vergesst Assessment-Center, kommt zum Job-Casting! Erste Belastungsprobe: Ein Live-Walk vor der Geschäftsführung. Schließlich ist es nicht unwesentlich, dass man mit vernünftigem Hüftschwung die Bürogänge entlang stelzt - natürlich mit entsprechend hohen Schuhen (wenn man eine Frau oder Bruce Darnell ist). Wer danach in den Recall kommt, muss sich eine mächtige Schlange um den Hals legen lassen und wer als erster kreischt, verliert. Anschließend muss man einen Frosch essen, am besten lebend. Beides sind wichtige Qualifikationen: Der professionelle Umgang mit Schlangen ist im Berufsleben genauso erforderlich wie die Fähigkeit, ab und an mal eine Kröte schlucken zu können. Im letzten Durchgang steht dann der Bungee-Sprung an: Nur wer beweisen kann, dass er auch in großen Höhen kein Problem mit Schwindel(n) hat, kommt in die wirklich enge Wahl. Dann kann einem eigentlich nur noch eines dazwischen kommen: Wenn man zur Vervollständigung der schriftlichen Unterlagen ein Foto im Automaten machen lassen will und plötzlich Heidi Klums Stimme ertönt, die sagt: "Ich habe heute leider kein Foto für Dich!"

28. Februar 2009

... kann man echt alles zu Geld machen?

Ich muss mich im Vorfeld für das heutige Scheiß-Thema entschuldigen, aber manche Dinge müssen einfach mal raus, also mal gesagt werden. Es geht um Ryanair, das ist die Fluggesellschaft, die Meg Ryan gehört. Glaub ich. Vielleicht war's auch James Ryan. Hiermit wäre dann schon mal das Humorniveau für diesen Beitrag festgelegt, also weiter im Text. Gestern berichtete mir nun also ein Kollege, dass diese Ryanair jetzt Scheiße zu Geld machen will, respektive die Einführung von Toiletten-Gebühren an Bord erwäge. Schließlich wolle man die Ticketpreise ja möglichst niedrig halten. Verzeihung, aber das verstehe ich nicht: Wenn man künftig beim Gang zum Örtchen eine Pinkler-Pauschale abdrücken soll, werden doch bestimmt weniger Menschen davon Gebrauch machen. Wer sich jedoch nicht erleichtert, wiegt mehr - und das müsste doch dann logischerweise auch mehr Kerosin kosten. Ersparnis, Fragezeichen? Und: Wer's trotzdem tut, zahlt 1,12 Euro, das ergibt umgelegt auf beispielsweise 100 Passagiere für jeden eine wirklich knallharte Ersparnis. Irgendwie erschließt sich mir die Logik dieses Vorhabens noch nicht so ganz. Es sei denn, die Crew haut ordentlich Abführmittel ins Essen, wobei ich nicht glaube, dass es bei Ryanair überhaupt etwas zu Essen an Bord gibt. Vielleicht hängt das alles aber auch mit dem bereits eingeführten Handy-Service des Billigfliegers zusammen. Der für die ViBs, die Very Important Business-People, die auch über den Wolken erreichbar sein wollen. Immerhin lernt man schon als Kind: Wenn man mit seinem Geschäft fertig ist, Handywaschen nicht vergessen. Na ja, vielleicht wird die Idee ja auch wieder über den Haufen geworfen - beziehungsweise über die Häufchen.

25. Februar 2009

... was ist eigentlich ein Date?

Keine Sorge, ich frage das nicht, weil ich noch nie so etwas gehabt hätte, was man landläufig als Date bezeichnet. Vielleicht hatte ich öfter welche, als gut gewesen wäre - darum meine ich die Frage eher im Sinne von: Wann ist ein Date ein Date? Also: Ist es ausreichend, sich zu einer beliebigen Zeit an einem beliebigen Ort mit einer Person des anderen Geschlechts zu treffen (sofern man heterosexuell ist)? Oder muss es dafür schon dunkel sein - wahlweise draußen oder drinnen (Kino, schummrige Bar)? Und muss man dabei Alkohol trinken? Ist es nur dann ein Date, wenn beide es so nennen und man sich im besten Fall auch noch offen darauf geeinigt hat, dass es eines ist? Oder ist es umgekehrt eher dann ein Date, wenn überhaupt nichts klar ist, die Fronten ungeklärt sind und man sich nur zum gegenseitigen Check-out trifft? Oder wird ein Date vielleicht erst rückwirkend ein Date, nämlich dann, wenn man nach der Inspektion gemeinsam die verkehrsberuhigte Zone verlassen hat? Und wenn es kein Date ist, wie heißt es dann? Verabredung? Aber Verabredung ist einfach nur Date auf Deutsch, oder? Ich bin verwirrt. Das waren jetzt zehn Fragen hintereinander. Ohne Antwort. Ich habe mich schon lange nicht mehr so unwissend gefühlt. Vor allem bin ich ja noch nicht fertig: Ist die Schwierigkeit der Date-Definition wohl der Grund dafür, dass nie jemand fragt "Darf ich Dich zu einem Date einladen?", sondern immer auf unverfängliche Formulierungen wie "Hast Du Samstag Abend Zeit?" oder "Wollen wir uns morgen treffen?" ausgewichen wird? Und wäre der ganzen Angelegenheit nicht geholfen, wenn man sich ein Beispiel an den galanten Franzosen nehmen würde? Oder kann wirklich niemand mehr das Wort Rendezvous schreiben (ich kenne ja jemanden, der das erst heute wieder behauptet hat)? Oder ist das einfach nur zu lang für die SMS-Generation? Männer (und Frauen!), lasst mich nicht dumm sterben!

22. Februar 2009

... wo liegt überhaupt Schilda?

Stories aus der Buchhandlung, gefühlte Folge 23. Also: Ich war mal wieder bei Thalia. An der Kasse sah ich ein Schild, an dem mich irgendetwas störte: "Der gesamte Erlöß geht an das Kinderhospiz Sternenbrücke" stand da. Inhaltlich ist das ja sehr lobenswert - was die äußere Form betrifft, muss man sich aber schon fragen, ob Lesen und Schreiben nicht zum Anforderungsprofil eines Buchhandlungs-Mitarbeiters gehören. Der Fauxpas blieb jedoch nicht lange unentdeckt. Schon pirschte sich ein Kollege heran und besah sich das Schild kritisch. Schob es von vorn nach hinten und wieder zurück. Schaute wieder prüfend. Und fragte schließlich den Kollegen an der Kasse: "Wer hat das Schild denn gemacht?" "Na icke." "Und Du meinst, dass das gut so ist?" "Na klar, was soll denn nicht gut damit sein?" "Na ja ... wenn das Schild hier so steht, können die Kunden die Ware dahinter ja gar nicht mehr richtig sehen." Potzblitz! Jetzt weiß ich endlich, was mich an dem Schild gestört hat - das war die Lößung!

21. Februar 2009

... wer beschützt mich?

Die Stadt ist verseucht. Mit Erinnerungen. An jeder Ecke lauern sie und überfallen einen grundsätzlich per Überraschungsangriff. Da bummelt man gedankenverloren durch die Straßen und steht auf einmal vor dem Restaurant, in dem man mit jemandem festgestellt hat, wie toll man zusammenpasst. Oder vor dem Restaurant, in dem man dann festgestellt hat, dass man irgendwie doch nicht so toll zusammenpasst. Oder vor dem Restaurant, in dem man mit jemand anders festgestellt hat, dass man nicht so toll zusammenpasst. Oder vor dem Restaurant, in dem man festgestellt hat, dass man zwar toll zusammenpasst, aber es trotzdem nicht funktioniert. Dann grummelt man ein bisschen und nimmt sich vor, all diese Orte ab sofort zu No-Go-Areas zu machen. Was schwierig ist, weil man irgendwann nirgendwo mehr essen gehen kann. Außerdem sind da ja auch noch die beweglichen und nicht beeinflussbaren Erinnerungs-Gegenstände. Zum Beispiel blaue VW-Golfs, schwarze Mercedes-Kombis, graue Ich-hab-die-Marke-vergessen-erkenne-es-aber-überall-wieder, die unangekündigt vor der eigenen Haustür parken und für eine Schrecksekunde sorgen, bis man das Nummernschild entziffert hat und erleichtert feststellt: Kenne ich nicht. Alles auf einmal No-Drive-Cars. Bestimmte Parfums werden zu No-Use-Fragrances, manch Akzent zum No-Speak-Dialect und Zwei-Euro-Münzen zu Not-want-to-have-it-in-my-purse-Coins. Warum? Na, weil man auf der Rückseite immer öfter von irgendwelchen innerdeutschen Sehenswürdigkeiten überrascht wird und das Gedächtnis dauernd Querverbindungen herstellt. Da fällt einem erst mal auf, wo man überall Leute kennt - heute habe ich aus lauter Protest erst die Saarbrücker Ludwigskirche und dann das Lübecker Tor auf Nimmerwiedersehen im Parkautomaten versenkt (ja ja, parken ist sauteuer). Wie soll das erst werden, wenn man älter wird und noch mehr Menschen in noch mehr Situationen erlebt hat? Gibt's bis dahin vielleicht Emotions-Kammerjäger, die die Stadt sauberhalten?

17. Februar 2009

... wie macht man sich bloß einen Namen?

Der Frank will nicht mehr Walter heißen. Oder seine Berater wollen es nicht. Oder seine Partei will es nicht. Man weiß es nicht - ist aber auch nicht wichtig. Wir dürfen uns nur nicht wundern, wenn auf dem nächsten Wahlzettel neben den Parteien und den Abgeordneten auch noch Vornamen demokratisch gewählt werden dürfen. Wer weiß. Wobei ich da von Frank echt abraten würde. Nicht aus persönlichen Gründen, sondern weil Forscher die Wirkung von Vornamen getestet haben und da kam "Frank" gar nicht gut bei weg: Der Name gilt als altmodisch. Jung? Daumen runter. Attraktiv? Daumen waagerecht. Intelligent? Ebenso. Da kann man leider nichts machen. Höchstens eine private Umfrage starten und auf andere Ergebnisse hoffen. So wie der Kerl, der mich mal in einem Club ansprach und fragte, wie erotisch ich denn den Namen Klaus fände. Worauf ich dachte: Och, wenn Robbie Williams Klaus hieße, dann ziemlich, wenn der Typ Klaus heißt, dann nicht so. Ich hoffe heute, dass ich das tatsächlich nur gedacht und nicht gesagt habe, bin mir aber nicht sicher. Ich weiß auch leider nicht, in welcher Partei der Klaus war. Ich weiß nur, dass der Name sicherlich nicht sein größtes Problem war. Und ich würde vermuten, dass das auch beim lieben Frank-Walter zutrifft. Für den habe ich allerdings einen Vorschlag: Am besten er benennt sich gleich ganz um, und zwar in Matthias. Vielleicht kann er den Namen als dritten Vornamen aus dem Hut zaubern - oder er leiht sich einen beim Kollegen Guttenberg, der soll da ja einige von haben. Matthias jedenfalls hat in der Wertung zwar auch nur den waagerechten Daumen bei "jung" und "attraktiv" bekommen, aber Daumen hoch für "Intelligenz". Und die Leute sind ja blöd, die kann man ja so leicht beschubbsen, die denken dann: Matthias Steinmeier? Ist das nicht dieser Typ da, mit der Goldmedaille, dieser stärkste Mann der Welt? Super, den wählen wir.