Diesen Hinweis fand ich in einem entzückenden Eck-Bistro in Uhlenhorst:
Ich würde die Räumlichkeiten ja für eine Single-Party mieten und mit dem Slogan bewerben: "Hier findet jeder Topf einen Deckel - garantiert!" Geeignet wäre die Location aber sicher auch für jede Art von Kundgebung, bei der jemand auf den Pott gesetzt werden soll, oder natürlich für kleine und große Geschäfte. Man muss nur darauf achten, rechtzeitig zu buchen, sonst ist nämlich schon besetzt. Und das wäre doch echt beschissen.
Ein sicheres Zeichen dafür, dass jemand (in diesem Falle ich) bald ein paar Tage Urlaub hat, ist der tägliche Blick auf die mittelfristige Wettervorhersage. Beeindruckend dabei ist, wie sehr man plötzlich an Wahrscheinlichkeiten hängt: Ist in zwei Wochen mit 55-prozentiger Wahrscheinlichkeit Sonne angesagt, dann holt man schon fast die Badesachen aus dem Schrank, so hoch ist die gefühlte Wahrscheinlichkeit. Ist aber mit derselben Wahrscheinlichkeit Regen angesagt, hält man diese Zahl plötzlich für deutlich kleiner. Gerade etwas mehr als die Hälfte eben. So lässt man sich täuschen - wer weiß, vielleicht ist es auch wahr, dass die Sonne nur scheinlich scheint und sie in Wirklichkeit schon scheintot ist. Zu allem Überfluss kommt dann ja auch noch die persönliche Wahrscheinlichkeitsrechnung hinzu: Wenn jetzt drei Wochen lang phantastisches Frühlingswetter war, wie wahrscheinlich ist es dann, dass das in den nächsten Wochen noch so bleibt? Braucht die Sonne nicht auch mal Urlaub? Ist das gute Wetter nicht irgendwann mal alle? Muss es nicht einfach irgendwann mal wieder regnen? Furchtbar, diese unwahrscheinlich aufreibende Lebens-Lotterie. Ist die eigentlich typisch weiblich? Ich denke da zum Beispiel an Frauengespräche der Art: "Er hat gesagt, dass er anruft - jetzt hat er drei Tage lang nicht angerufen, also ruft er bestimmt morgen an, und wenn nicht, dann übermorgen, aber auf jeden Fall steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass er anruft." Oder: "Wenn ich dieses Kleid jetzt nicht kaufe, sondern darauf warte, dass es runtergesetzt wird, wie wahrscheinlich ist es, dass es dann noch in meiner Größe da ist?" Oder: "Ist es wahrscheinlicher, dass sie die Bemerkung wirklich so gemeint hat, oder vielleicht doch ganz anders?" Ich glaube, mit solchen Aufgaben könnte man viel mehr Mädchen für Stochastik begeistern. Sie würden deutlich früher begreifen, dass Männer Mathematiker sind, und Frauen Wahrscheinlichkeitsrechner, so scheint's jedenfalls. Wie wahrscheinlich nun Sonnenschein ist, kann mir jedoch wohl keiner von beiden beantworten.
Langsam wird's dafür ja wohl wirklich mal Zeit. Schließlich bin ich so ein Gutmensch! Erstens: Schlanke Menschen sind total gut fürs Klima - nicht nur, weil sie weniger essen und dadurch weniger Kohlendioxid für die Produktion von Nahrungsmitteln in die Luft gepustet werden muss, sondern auch, weil für ihren Transport weniger Energie benötigt wird. Da habe ich schon mal was gut bei Mutter Natur. Und beim HVV, der Bahn sowie allen Fluglinien - Wink mit dem Zaunpfahl, meine Herren. Zweitens: Vor mir muss kein Mann Angst haben. Eine großartige neue Umfrage fand heraus, dass Männer "empfindlich" auf Frauen reagierten, die ihnen auf Augenhöhe begegneten, (auch) was die Körpergröße betrifft. Sie bevorzugen angeblich Frauen unter 1,70 Metern. Hierzu möchte ich feststellen, dass ich selbstredend ausschließlich aus diesem Grund irgendwann mein Körperwachstum eingestellt habe. Die Dankes-E-Mails möge man bitte an meinen Sekretär richten, der für mich arbeitet, weil ich ihn durch bloße Anwesenheit vom Plateauschuh-Zwang geheilt habe. Drittens: Die Wissenschaftsmedien überschlugen sich angesichts der Meldung, dass eine südamerikanische Ameisenart vollständig ohne Männchen auskommt. Hallo? Wo ist die Sensation? Ich konnte das jahrelang, ohne dass irgendjemand groß davon Notiz genommen hätte! Also bitte: Wo bleibt mein Orden? Die Belobigungsurkunde? Das Bundesverdienstkreuz? Was soll ich denn noch alles machen?
Folgende wahre Begebenheit trug sich zu: Jemand hat beim Bäcker ein Brot kaufen wollen. "Körnerbrot" stand an der Auslage. Er fragte: "Entschuldigung, was ist denn drin, in dem Körnerbrot?" Antwort der Verkäuferin: "Körner." So. Es finden also nicht nur blinde Hühner manchmal Körner, sondern auch blöde. Die gute Nachricht ist: Die Henne konnte lesen. Die schlechte: sie hatte scheinbar noch nie vom Baum der Erkenntnis genascht. Denn nun steht man da und weiß nicht recht: Sandkörner? Die knirschen ja so unschön zwischen den Zähnen. Schrotkörner? Da beißt man sich bestimmt die Zähne dran aus. Oder Meisenknödelkörner? Da fliegt ja auch niemand wirklich drauf, es sei denn, man hat 'ne Meise. Wir lernen: Verkaufsfördernd war diese Antwort nicht. Auf der anderen Seite war sie aber gar nicht so verkehrt - denn seit wann kann man davon ausgehen, dass beim Essen das drin ist, was drauf steht? In einem Maulwurfkuchen ist ja auch kein Maulwurf drin - und im Hundekuchen kein Hund. Die meisten Erdbeerjoghurts haben auch noch nie eine Erdbeere gesehen. Es wurde sogar schon behauptet, dass im Fischburger gar kein Fisch drin sei. Und wer hat hier schon mal einen Kinderteller gegessen? Hey, ihr könnt's ruhig zugeben, da muss niemand ein schlechtes Gewissen haben. Insofern hielt die Verkäuferin es vielleicht für angebracht, zu betonen, dass im Körnerbrot wirklich Körner drin sind. Darauf jetzt einen doppelten Korn - aber bitte ohne Körner!
Der Inhalt dieses Schreibens an einem Winterhuder Laternenmast ist leider etwas schlecht erkennbar - und zwar nicht nur, weil die Aufnahme nachts und mit dem Handy entstanden ist ...: Der Fenster Putzer
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Wir übernehmen gerne ihre Glasreinigung, Büroreinigung, Wohnungsreinigung, Treppenhausreinigung. Sind ihre Fenster verschmutzt kommt der Fenster Putzer und Putz Glas Klar na klar mit Rahmen.
Stefan Raab könnte für diesen Slogan garantiert eine Melodie komponieren, mit der sich "Der Fenster Putzer" direkt an die Spitze der Charts setzen würde - Titel: Aber bitte mit Rahmen!
Gerade wollte ich mal wieder zu einer Tirade über den Verlust der deutschen Sprache ansetzen. Denn nachdem Henning kürzlich den schönsten Sprachpanscher der Woche in einem (deutschen!) Restaurant entdeckt hatte ("Tuna Fish rare medium gegrilled"), fand ich auch noch eine Gebrauchsanweisung auf einer Pizzapackung, die (IKEA-mäßig) einfach mal komplett auf Buchstaben verzichtet hat:
Doch dann fiel mir ein, dass die Idee in diesem Fall vielleicht gar nicht so blöd ist - schließlich können auf diese Art und Weise endlich auch fünf- oder sechsjährige Kinder, die des Lesens noch nicht mächtig sind, allein ihre Pizza in den Ofen schieben, während Mami sich im Wohnzimmer Gerichtsshows anguckt. In Bildern ist es ja unmissverständlich:
1. Backofen auf 220 Grad stellen. Vorsicht: Wenn man nur 200 Grad wählt, dünstet die Pizza radioaktive Strahlen aus. Außerdem darf man in Europa nur vier und in England sechs Pizzen gleichzeitig in den Ofen schieben, sonst fängt er an zu brennen.
2. Die Pizza in einer durchsichtigen Plastiktüte verstauen.
3. Die Pizza ohne Plastiktüte auf dem Rost den Ofen schieben und bestätigen, dass man mindestens 11 bis 13 Jahre alt ist. Ach nein, Entschuldigung, das macht ja keinen Sinn: Man soll die Pizza zwischen 11 und 13 Uhr verzehren, so war das.
P.S.: Nein, das war nicht meine Pizza. Ich hab' das Foto im Laden gemacht. Niemals würde ich Fertiggerichte essen. Ehrlich.
Falls es jemand nicht bemerkt hat: Letzte Woche war ich leider verhindert. Ich bin, ein Buch lesend, spazieren gegangen und dabei gegen einen Baum gelaufen. Der Baum und das Buch fanden sich vermutlich sehr anziehend und wollten ihre Zweisamkeit genießen - darum schlug der Baum einfach aus (passiert ja öfter in dieser Zeit) und setzte mich mit einem Schleudertrauma außer Gefecht.
Ha ha! Die Geschichte ist natürlich Quatsch. Einer der verspäteten, wahnsinnig lustigen April-Scherze. Aber vielleicht wird sie irgendwann wahr. Es gibt jetzt nämlich "Books to go". Eigentlich dachte ich ja, jedes Buch in einer Buchhandlung wäre "to go", schließlich soll man sie ja mitnehmen und nicht im Laden durchlesen, aber da bin ich wohl mal wieder zu erbsenzählerisch. Die echten Books to go sind jedenfalls eher dünn, kleinformatig und in verhältnismäßig großer Schrift gedruckt - ein "Lesesnack für unterwegs", sagen die Händler. Für alle, die Bücher wie Fast Food verschlingen, sage ich. Wäre ganz gut, wenn die Books auch noch einen Abstandsmesser hätten, so wie Autos, die zu piepen anfangen, wenn man mit der Schnauze oder dem Hinterteil zu dicht auf ein Hindernis zusteuert. Denn, mal ehrlich: Wenn man mit der rechten Hand den Coffee to go zum Munde führt und gleichzeitig die Augen mit dem Book to go in der linken Hand beschäftigt sind, während die Ohren durch iPod-Stöpsel mit Music to go beschallt werden - dann bleibt einem doch höchstens noch die Nase, die einen vor entgegenkommenden Passanten bewahren kann. Manchmal mag das klappen - wer regelmäßig U-Bahn fährt, weiß, wovon ich rede: Achtung, Douglas-Verkäuferin von links oder Raubtier von rechts. Smells to go away. Aber wie bitte riechen Laternenpfähle? Bordsteinkanten? Oder Bäume? Ich sollte wohl mal einen Schnupperkurs besuchen.
Wenn es eine Beschwerde-Hotline für das Leben an sich gäbe, wäre da garantiert immer besetzt. "Ich arbeite mich halb tot", würden viele Menschen sagen, "und das fünf mal in der Woche! Was ist das für ein Leben?" Ein unsterbliches vermutlich, wenn man nach mehr als zwei halben Toden immer noch quicklebendig ist. Nun gibt es so eine Beschwerde-Hotline zwar nicht - aber es gibt eine Rufnummer in Südafrika, unter der die Menschen anfragen können, ob sie offiziell bereits als tot oder doch noch lebend registriert sind. Das weiß man ja selbst manchmal nicht so genau, wenn man sich etwa "ausgebrannt" fühlt, oder "mehr tot als lebendig". Oder wie in dem Nichtlustig-Comic, in dem vier Lemminge auf der Klippe dem Abgrund entgegen gehen und der Letzte sich wieder umdreht, mit den Worten: "Ich bin schon tot innendrin." Da schadet es doch nicht, ab und an mal bei den Behörden den aktuellen Status seines (Ab-)Lebens abzufragen. Dabei gibt es eigentlich einen viel wirksameren Immunschutz gegen das Jammervirus: Zeitunglesen. Da erfährt man fast täglich, wie schlecht es anderen geht - und fühlt sich selbst gleich besser. Zum Beispiel wurde kürzlich vermeldet: "Krise in Äthopien: Coca Cola nicht mehr erhältlich!" Und das nicht etwa, weil dem Land der Zucker ausgegangen wäre, nein, es fehlte an Verschlusskapseln! Das nenne ich mal ein echtes Problem. Ein Leben ohne Cola - geht das überhaupt? Oder ist man ohne den regelmäßigen Zucker-Koffein-Schock auch schon "innendrin tot"? Ich würde den Äthiopern ja raten, lieber regelmäßig bei der südafrikanischen Hotline anzurufen. Sicher ist sicher.
Radiowecker sind seltsame Geräte. Nachdem ich mich 20 Jahre lang mit einem schrecklich piependen mechanischen Wecker habe wach rütteln lassen, war es jetzt mal Zeit für melodiöse Klänge am Morgen (wahrscheinlich eine erste Alterserscheinung). Und ich konnte es nicht glauben: Man muss zwar lange suchen, aber es gibt tatsächlich noch Radiowecker, nicht wenige verfügen sogar noch statt moderner Senderspeicher über das gute alte Tuningrad. Der Reiz besteht dabei darin, das Rädchen so in Position zu bringen, dass man möglichst wenig Rauschen hört und dafür möglichst viel Senderempfang hat. Keine leichte Aufgabe, kann man aber schaffen. Bevor es dann zum Wecken kommt, muss man allerdings erst mal einschlafen. Und da habe ich mich schon im Laden gefragt: Wie soll man bei derart großen und grell beleuchteten digitalen Uhr-Anzeigen eigentlich einschlafen? Warum muss eigentlich überhaupt jedes technische Gerät heute immer so hell leuchten? Haben die Hersteller eventuell einen Deal mit Leuchtdioden-Fabrikanten oder so? Das Display meines dekadenten Zweit-Telefons zum Beispiel (in einem 50-qm-Anwesen braucht man sowas schon mal) ist trotz "Screensaver" so hell, dass man es als Taschenlampe benutzen könnte. Aus architektonischer Sicht soll man zwar lieber viele kleine als eine große Lichtquelle in Räumen benutzen, aber gemütliches Licht ist irgendwie anders. Doch nun zurück zu den Weckern. Deren Flutlichtbeleuchtung könnte man sogar mit 25 Dioptrien, Grauem Star und drei Kilo Schlaf im Auge noch scharf erkennen. Dabei hat man die Wahl zwischen Panik-Rot und Neon-Grün, bei teureren Modellen bekommt man auch Arktis-Blau geboten. Ich verstehe das nicht - von mir aus bräuchten die Dinger überhaupt keine Uhrzeit-Anzeige, denn wenn das Teil angeht, muss ich aufstehen, fertig - zwischendurch guck ich da nicht rauf, da schlafe ich nämlich (was nur klappt, weil ich die Display-Seite des Weckers unters Bett geschoben habe, wo sich die Wollmäuse jetzt leider nicht mehr heimlich und diskret im Dunkeln paaren können). Das Wecken indes funktioniert ganz gut. Allerdings habe ich auf der Suche nach den melodiösen Klängen heute morgen bereits den dritten Sender ausprobiert, erfolglos. Überall wechseln sich giggelnde Wettermäuse mit penetrant gut gelaunten Moderatoren ab, unterbrochen von irgendwelchen Verkehrs-Kais, -Horsts oder -Toms. Ich will Musik! Ich fürchte nur, dass das kein Reklamationsgrund für den Radiowecker ist.
Mir ist ja schwer nach Jubeln. Anders gesagt: Der Jubel rollt - über mich hinweg. Und wenn ich in der Schule Latein gewählt hätte, müsste ich jetzt nicht nachgucken, ob "jubeln" direkt etwas mit dem Wort "Jubiläum" zu tun hat. Als Lateinerin hätte ich nämlich gleich gewusst, dass "Jubiläum" von "annus jubilaeus" kommt, was übersetzt "Jubeljahr" bedeutet. Ob nun das 50. oder das 25. Jahr bejubelt wird, nach Hochzeiten ist sogar das erste überstandene Jahr schon ein Grund zu Feiern ("Papier- oder Baumwollhochzeit") - ganz egal, auf jeden Fall hängt ein Jubliäum mit einem Datum zusammen. Puuh, das war knapp. Da hätte ich der Welt ja beinahe etwas untergejubelt. Ich wollte nämlich ganz großkotzig ankündigen, dass ich heute ein Jubiläum feiere, und zwar mein 100. Posting (und das ganz ohne Double). Gefühlt kommt so etwas zwar auch nur alle Jubeljahre vor, aber offensichtlich kann man nicht von einem Jubiläum sprechen, sondern höchstens von ... öhm ... einer runden Sache? Einem Hundertsassa? Einer Nullrunde? Wie auch immer, man kann auf jeden Fall auch drüber jubeln, finde ich. Ebenfalls beliebt bei diesen Anlässen: ein bisschen in der Statistik der Superlative stochern. Die meisten Klicks gab's z. B. am 8. Januar 2009 - 122 Besucher haben ihre Zeit hier verjubelt. Am meisten Kommentare kamen bei der Frage "Sammeln Hühner Karma?" zusammen (13), gefolgt von "Wie punktet man am besten?" (11). Und am meisten gelacht habe ich (glaube ich) bei "Was soll das denn heißen?" ... Na dann: Auf das nächste Jubel-äum - vielleicht.